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Pflegeberatung

 

Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf Pflegeberatung. Die Zuständigkeit soll vor der erstmaligen Beratung von der Pflegekasse namentlich benannt werden. Die Beratung ist kostenlos, da die Pflegekassen die anfallenden Kosten übernehmen. Beratungsstellen werden zum Beispiel von Pflegekassen, Kommunen aber auch Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas betrieben.

Zu den Aufgaben gehört es, den Hilfebedarf zu erfassen, einen Versorgungsplan zu erstellen und dessen Ausführung zu überwachen. Der oder die Berater(in) muss auch auf Entlastungsangebote für die Pflegepersonen hinweisen und auf Wunsch die Beratung zu Hause durchführen. Auch Angehörige und nahestehende Personen haben einen eigenständigen Anspruch auf Pflegeberatung, wenn der Pflegebedürftige zustimmt.


Insbesondere wenn ein Pflegefall plötzlich eintritt, muss zeitnah eine entsprechende Versorgung und Betreuung organisiert werden. Durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG, 2012) sind die gesetzlichen und privaten Pflegekassen verpflichtet (§ 7b SGB XI), innerhalb von zwei Wochen nach Antragsstellung auf Pflegebedürftigkeit einen konkreten Beratungstermin anzubieten oder Beratungsgutscheine auszustellen, in dem unabhängige Beratungsstellen benannt sind.  

 

Für die praktische Umsetzung der wohnortnahen Pflegeberatung existieren in Deutschland, analog zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, zwei unterschiedliche Systeme: Die privaten Krankenversicherungen betreiben mit der COMPASS Private Pflegeberatung GmbH ein eigenes Beratungsunternehmen, welches neben der telefonischen vor allem auch eine aufsuchende Beratung im eigenen Zuhause anbietet. Diese Leistung steht allen Privatversicherten kostenfrei zur Verfügung. Die gesetzlichen Pflegekassen hingegen kommen dem Rechtsanspruch durch die Errichtung sogenannter Pflegestützpunkte (§ 92c SGB XI) nach.

 

 

Wissenswertes