Familienbotschaft MV - Infoportal für Familien in Mecklenburg-Vorpommern

Erziehungsberatung

 

Es ist Aufgabe von Erziehungs- und Familienberatung, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in ihren Familien zu unterstützen und die Erziehungsfähigkeit von Eltern oder Elternteilen zu fördern. Familien oder einzelne Familienmitglieder können in unterschiedlichen Problem- und Lebenslagen auf ein qualifiziertes Beratungsnetz zurückgreifen. Mütter und Väter minderjähriger Kinder haben einen Rechtsanspruch auf Hilfe zu Erziehung (§ 27 KJHG), auf Beratung zu Partnerschaft, Trennung oder Scheidung (§ 17 KJHG) und zu Fragen zu Personensorge und Umgangsrecht (§ 18 KJHG). Die Beratung ist grundsätzlich für jeden zugänglich und kostenfrei. Sie kann von den Ratsuchenden direkt – ohne eine vorhergehende Entscheidung des Jugendamtes – in Anspruch genommen werden.

 

Im Mittelpunkt steht die individuelle Beratung von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Familien und anderen Erziehungsberechtigten. Diese reicht von der informatorischen Beratung über die Beratung von Eltern (Elternteilen) und Familien über pädagogische Arbeit mit Kindern bis hin zu psychologischer Testdiagnostik und psychotherapeutischen Interventionen.

 

Eine Beratung erfolgt hauptsächlich wegen:

  • Belastung des jungen Menschen durch familiäre Konflikte (48,6 %)
  • Entwicklungsauffälligkeiten; seelischen Probleme des jungen Menschen (27,9 %)
  • Eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern (22,1 %)
  • Auffälligkeiten im sozialen Verhalten (19,6 %)
  • Schulischen oder beruflichen Probleme d.j.M. (18,4 %)
  • Belastung des j.M. durch Problemlagen der Eltern (18,2 %) und
  • Gefährdung des Kindeswohls (4,2 %)


(Quelle: Statistisches Bundesamt (2016): Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe. Erzieherische Hilfen, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen, junge Volljährige. Erziehungsberatung 2014. Wiesbaden. Tab. 11.2a.

 

 

Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke)

Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) ist der Fachverband der Erziehungs- und Familienberatung in der Bundesrepublik Deutschland. In ihr sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erziehungsberatungsstellen organisiert. Diese haben sich auf freiwilliger Basis in Landesarbeitsgemeinschaften für Erziehungsberatung zusammengeschlossen, die seit 1962 gemeinsam die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung bilden.

 

HIER können Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe suchen...

 

 

Erziehungsberatung über das Internet

Bereits seit einigen Jahren wird Erziehungsberatung auch als mediengestützte Beratung über das Internet angeboten. Seit 2005 gibt es ein bundeszentrales Angebot. Diese Virtuellen Beratungsstellen (VBSt) gehen auf einen Beschluss der Jugendministerkonferenz vom Mai 2003 zurück. Danach soll die VBSt jungen Menschen und Eltern bei Familien- und Erziehungsproblemen Hilfe anbieten, „für die die bestehenden Erziehungsberatungsstellen schwer erreichbar sind oder bei denen Hemmschwellen bestehen, diese Stellen aufzusuchen“. Die Trägerschaft wurde von den Obersten Landesjugendbehörden der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung übertragen. Das Besondere an der Virtuellen Beratungsstelle ist ihre bundeszentrale Arbeitsweise durch Einbindung von ca. 80 Fachkräften aus Beratungsstellen der 16 beteiligten Bundesländer, die in einem virtuellen Team zusammenarbeiten.

 

HIER erfahren Sie mehr...